Dieter Peeters



Vermisst in Stalingrad






Heimkehr


Entlassung

Nach dem verlorenen Krieg 1945 fielen etwa 25% des deutschen Reichsgebietes samt fester und beweglicher Güter östlich der Oder und Neiße an die Sowjetunion und Polen. Das gesamte Ostdeutschland mit Schlesien, Pommern, Teilen Brandenburgs und Ostpreußen gab es nicht mehr. Unwissend der neuen Bedingungen trifft Dieter Peeters am 28. März 1949 mit einem Heimkehrertransport aus sowjetischer Kriegsgefangenschaft im Aufnahmelager Gronenfelde bei Frankfurt/Oder ein. Erst hier, westlich der Oder, betrat er nach sechs Jahren als freier Mensch erstmals wieder deutschen Boden. Nach seiner Ankunft erfolgte die Registrierung und medizinische Erstuntersuchung. Des Weiteren fanden komplexe Befragungen statt. Sie betrafen detaillierte Angaben zur Person, der Kampfeinsätze, Befragungen zu vermissten Kameraden, der Gefangenschaft und dergleichen mehr. Aber auch die Frage wurde gestellt, in welchem der inzwischen zwei deutschen Staatsgebiete, der sowjetisch oder US-amerikanisch besetzten Zone, der Heimkehrer leben möchte. Als Düsseldorfer war seine Antwort eindeutig und seine Weiterreise führte drei Tage später nach Friedland in das Grenzdurchgangslager, in dem er am 31. März 1949 eintraf. Auch hier erfolgten umfangreich medizinische Untersuchungen, erneute Befragungen und eine kurze Quarantäne. Im Vordergrund stand die Suche des Deutschen Roten Kreuzes nach vermissten Wehrmachtsangehörigen die sich in seiner letzten Einheit, der Pionier-Kompanie des 54. Jäger-Regiments der 100. Jäger-Division, befanden.

01)
Der Entlassungsschein von Dieter Peeters aus dem Gewahrsam als Kriegsgefangener vom 31. März 1949 Der Entlassungsschein von Dieter Peeters aus dem Gewahrsam als Kriegsgefangener vom 31. März 1949


02)
Der vom Durchgangslager Friedland ausgestellte Flüchtlings-Meldeschein von Dieter Peeters mit Datierung vom 31. März 1949 Der vom Durchgangslager Friedland ausgestellte Flüchtlings-Meldeschein von Dieter Peeters mit Datierung vom 31. März 1949



Vermisstensuche

Als Herr Peeters Anfang April 1949 endlich wieder zu Hause in Düsseldorf bei seinen Eltern sein konnte, endete die Befragung durch das Deutsche Rote Kreuz nicht. Der Landesnachforschungsdienst Nordrhein und der Kreisnachforschungsdienst in Düsseldorf erbaten von ihm, sofern möglich, Auskunft zu vermissten Wehrmachtsangehörigen seiner letzten Einheit. Hierzu wurden ihm, wie allen Heimkehrern, Vermissten- und Vermisstenbildlisten überlassen. Durch diese intensiven Nachforschungen konnten mit Hilfe der Kriegsheimkehrer viele Schicksale geklärt werden, wenngleich sie für suchende Angehörige meist traurig waren. Die hier eingestellten Listen stammen aus dem Besitz von Dieter Peeters und zeigen in bedrückender Weise, wie viele, meist noch sehr junge Menschen in diesen barbarischen Krieg gezwungen wurden. Der weit überwiegende Teil der Gesuchten hat die Heimat nicht wieder gesehen. Deren Schicksal gilt bis heute als ungeklärt.
In der Vermisstenbildliste Nr. 11 konnte Dieter Peeters zum Feldwebel Gerhard Kiesewalter folgende Angabe machen: "Ende Dezember 1942 durch Splitter schwer verletzt zum Hauptverbandsplatz (Roter Platz) gebracht." Gerhard Kiesewalters Schicksal gilt bis heute als ungeklärt. Mit Sicherheit ist davon auszugehen, dass er neben den zig Tausenden Kameraden in Stalingrad sein Ende fand.
Insgesamt war es für die Heimkehrer nach teils über zehnjähriger Kriegsgefangenschaft und den Jahren davor mit Kampfeinsätzen in verschiedenen Einheiten und Frontabschnitten schwer, sachdienlich Auskunft zu geben über vermisste Kameraden. Das war oft immer nur dann möglich, wenn ein einschneidendes Erlebnis im unmittelbaren Umfeld in Erinnerung blieb.


01)
Dieter Peeters gerichtetes Hilfeersuchen zu Auskünften über vermisste Kameraden durch den Landesforschungsdienst Nordrhein An Dieter Peeters gerichtetes Hilfeersuchen zu Auskünften über vermisste Kameraden durch den Landesforschungsdienst Nordrhein


02)
Bereitschaftserklärung des Kreisnachforschungsdienstes in Düsseldorf zwecks Vermisstensuche An Dieter Peeters gerichtete Bereitschaftserklärung des Kreisnachforschungsdienstes in Düsseldorf zwecks Vermisstensuche


03)
Hilfeersuchen anhand der an Dieter Peeters zugesandten Vermisstenlisten Hilfeersuchen anhand der an Dieter Peeters zugesandten Vermisstenlisten


04)
05) 06) Die an Dieter Peeters überrgebenen Vermisstenlisten seiner Einheiten und als wichtigste die letzte mit der Feldpostnummer 24282 A des 54. Infanterie-Regiments Die an Dieter Peeters überrgebenen Vermisstenlisten seiner Einheiten und als wichtigste die letzte mit der Feldpostnummer 24282 A des 54. Infanterie-Regiments


07)
Die Dieter Peeters überlassenen Vermisstenbildlisten des Deutschen Roten Kreuzes seiner letzten Einheit - Pionier-Kompanie des 54. Jäger-Regiments mit der Feldpostnummer 24282 A 08) Die Dieter Peeters überlassenen Vermisstenbildlisten des Deutschen Roten Kreuzes seiner letzten Einheit - Pionier-Kompanie des 54. Jäger-Regiments mit der Feldpostnummer 24282 A 09) Die Dieter Peeters überlassenen Vermisstenbildlisten des Deutschen Roten Kreuzes seiner letzten Einheit - Pionier-Kompanie des 54. Jäger-Regiments mit der Feldpostnummer 24282 A 10) Die Dieter Peeters überlassenen Vermisstenbildlisten des Deutschen Roten Kreuzes seiner letzten Einheit - Pionier-Kompanie des 54. Jäger-Regiments mit der Feldpostnummer 24282 A


11)
Die Dieter Peeters überlassenen Vermisstenbildlisten des Deutschen Roten Kreuzes seiner letzten Einheit - Pionier-Kompanie des 54. Jäger-Regiments mit der Feldpostnummer 24282 A 12) Die Dieter Peeters überlassenen Vermisstenbildlisten des Deutschen Roten Kreuzes seiner letzten Einheit - Pionier-Kompanie des 54. Jäger-Regiments mit der Feldpostnummer 24282 A 13) Die Dieter Peeters überlassenen Vermisstenbildlisten des Deutschen Roten Kreuzes seiner letzten Einheit - Pionier-Kompanie des 54. Jäger-Regiments mit der Feldpostnummer 24282 A 14) Die Dieter Peeters überlassenen Vermisstenbildlisten des Deutschen Roten Kreuzes seiner letzten Einheit - Pionier-Kompanie des 54. Jäger-Regiments mit der Feldpostnummer 24282 A


15)
Die Dieter Peeters überlassenen Vermisstenbildlisten des Deutschen Roten Kreuzes seiner letzten Einheit - Pionier-Kompanie des 54. Jäger-Regiments mit der Feldpostnummer 24282 A 16) Die Dieter Peeters überlassenen Vermisstenbildlisten des Deutschen Roten Kreuzes seiner letzten Einheit - Pionier-Kompanie des 54. Jäger-Regiments mit der Feldpostnummer 24282 A 17) Die Dieter Peeters überlassenen Vermisstenbildlisten des Deutschen Roten Kreuzes seiner letzten Einheit - Pionier-Kompanie des 54. Jäger-Regiments mit der Feldpostnummer 24282 A 18) Die Dieter Peeters überlassenen Vermisstenbildlisten des Deutschen Roten Kreuzes seiner letzten Einheit - Pionier-Kompanie des 54. Jäger-Regiments mit der Feldpostnummer 24282 A Die Dieter Peeters überlassenen Vermisstenbildlisten des Deutschen Roten Kreuzes seiner letzten Einheit - Pionier-Kompanie des 54. Jäger-Regiments mit der Feldpostnummer 24282


Entschädigung

Da Dieter Peeters nach dem 31. Dezember 1946 aus der Kriegsgefangenschaft entlassen wurde, hatte er nach Antrag Anspruch auf Entschädigung nach dem Kriegsgefangenenentschädigungsgesetz. Und weil er darüber hinaus erst nach dem 1. Januar 1949 aus der Gefangenschaft frei kam, erhöhte sich die Entschädigungszahlung ab 1. Januar 1949 von 30 auf 60 D-Mark pro Monat Kriegsgefangenschaft. Anspruchsberechtigt waren alle die Personen, die ab dem 1. Januar 1947 in ausländischem Gewahrsam gehalten wurden. Etwa 3,6 Millionen deutsche Wehrmachtsangehörige befanden sich in sowjetischer Gefangenschaft, von denen knapp 2 Millionen die Lagerhaft überlebten und heimkehrten. Sie bildeten den weitaus überwiegenden Teil der Anspruchsberechtigten. Die nur zum geringen Teil hier veröffentlichten Dokumente zeigen das Prozedere verschiedener Beantragungen durch Dieter Peeters, Das ungeheuerlich Groteske war, dass der ehemalige Kriegsgefangene nach Jahren der Heimkehr für die Befürwortung einer Entschädigung der Behörde nachweisen musste, dass er sich in Kriegsgefangenschaft befand. Das allein genügte nicht. Er musste auch nachweisen von wann bis wann und wo er gefangen gehalten wurde. Das Gleiche galt für den Erhalt einer Kriegsbeschädigtenrente. Die erhielt nur derjenige, der nachweisen konnte, dass seine Verletzung tatsächlich während der Kämpfe entstand. Ein abgerissener Unterarm durch einen Granatsplitter im Heimaturlaub zählte nicht zu einer anerkannten Kriegsverletzung.


01)
Ärztliches Attest mit Befund vom Lazarett Langenberg des unter Dystrophie leidenden Russlandheimkehrers Dieter Peeters infolge Mangelernährung vom 22. April 1949 Ärztliches Attest mit Befund vom Lazarett Langenberg des unter Dystrophie leidenden Russlandheimkehrers Dieter Peeters infolge Mangelernährung vom 22. April 1949


02)
Bescheid über die Festsetzung einer Kriegsbeschädigtenrente nach Antrag durch Dieter Peeters am 3. März 1949 durch die Landesversicherungsanstalt Rheinprovinz vom 13. April 1950 Bescheid über die Festsetzung einer Kriegsbeschädigtenrente nach Antrag durch Dieter Peeters am 3. März 1949 durch die Landesversicherungsanstalt Rheinprovinz vom 13. April 1950


03)
Antrag des Dieter Peeters auf Gewährung einer Entschädigung nach dem Kriegsgefangenenentschädigungsgesetz vom Januar 1955 Antrag des Dieter Peeters auf Gewährung einer Entschädigung nach dem Kriegsgefangenenentschädigungsgesetz vom Januar 1955


04)
Eingangsbestätigung von der Heimkehrerbetreunungsstelle in Düsseldorf über den von Dieter Peeters gestellten Antrag einer Entschädigung nach dem Kriegsgefangenenentschädigungsgesetz mit Datierung vom 2. Februar 1955 Eingangsbestätigung von der Heimkehrerbetreunungsstelle in Düsseldorf über den von Dieter Peeters gestellten Antrag einer Entschädigung nach dem Kriegsgefangenenentschädigungsgesetz mit Datierung vom 2. Februar 1955


05)
Hier ein vom 31. Mai 1957 beglaubigter Briefumschlag der Heimkehrerbetreungsstelle Düsseldorf. Dieser Umschlag wurde aus russischer Gefangenschaft von Dieter Peeters an sein Elternhaus am 8. Februar 1949 versandt. Die Beweislast der Kriegsgefangenschaft für die Gewährung einer Entschädigung nach dem KgfEG oblag absurderweise in diesem Fall dem Dieter Peeters. Hier ein vom 31. Mai 1957 beglaubigter Briefumschlag der Heimkehrerbetreungsstelle Düsseldorf. Dieser Umschlag wurde aus russischer Gefangenschaft von Dieter Peeters an sein Elternhaus am 8. Februar 1949 versandt. Die Beweislast der Kriegsgefangenschaft für die Gewährung einer Entschädigung nach dem KgfEG oblag absurderweise in diesem Fall dem Dieter Peeters. Weitere Nachweise für die Heimkehrerbetreuungsstelle über seine Kriegsgefangenschaft in der Sowjetunion waren sein Entlassungsschein und sein Flüchtlings-Meldeschein vom 31. März 1949 wie oben unter "Entlassung" Bild Nr. 1) und 2) ersichtlich.


06)
Der Bescheid über die Feststellung eines Entschädigungsanspruchs der Heimkehrerbetreuungsstelle in Düsseldorf für Dieter Peeters vom 24. Juli 1957 Der Bescheid über die Feststellung eines Entschädigungsanspruchs der Heimkehrerbetreuungsstelle in Düsseldorf für Dieter Peeters vom 24. Juli 1957








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