Briefe
Die einzige Verbindung von der Front oder später aus der Gefangenschaft nach Hause waren Briefe und Karten der Männer. Sie gaben ein Lebenszeichen an die Daheimgebliebenen und nahmen für wenige Minuten das Zittern und Bangen um die Gesundheit, um das Leben des Sohnes, des Bruders, Vaters oder Ehemannes. Knapp drei Jahre nach der Gefangennahme in Stalingrad durfte Dieter Peeters mit einer Karte ein erstes Lebenszeichen von sich an seine Eltern in Düsseldorf senden. Wie übergroß die Freude der Eltern nach Jahren der Ungewissheit war kann man sich vorstellen. Aber auch die, die schon frühzeitiger aus der Kriegsgefangenschaft der Sowjets entlassen wurden, knüpften postalisch Verbindungen zu Familienangehörigen der noch in der Sowjetunion in Gefangenschaft verbliebenen Kameraden, um denen über die Existenz des vermissten Familienmitglieds zu berichten. Leider aber auch war oft genug das Gegenteil der Fall. Die Wehrmachtsauskunftsstelle, zuständig für Verlustmeldungen in den Einheiten, erhielt aus Stalingrad in den letzten Wochen vor dem Ende nur noch lückenhaft Verlustmeldungen und von sowjetischer Seite selbstverständlich über verstorbene Gefangene keine. So erfuhren die Verwandten zu Hause über die Umstände vom Tod des Vermissten erst durch Briefpost der Heimkehrer. Wie häufig auch üblich, hielten ehemalige Kameraden nach ihrer Kriegsgefangenschaft Briefkontakt. Sie verbanden das schrecklich Durchgemachte während der Kämpfe an den Fronten, kameradschaftlicher Zusammenhalt in dieser Zeit und die gemeinsame Gefangenschaft mit all ihren schlimmen Erlebnissen. Die nach 80 Jahren wenig erhalten gebliebenen, hier veröffentlichten Schriftwechsel zeigen Karten aus der Kriegsgefangenschaft von Dieter Peeters nach Hause zu seinen Eltern, Briefe von Leidgenossen an seine Eltern und Briefe ehemaliger Kameraden an Dieter Peeters nach seiner Heimkehr. Das Geschriebene auf den Karten der Kriegsgefangenen unterlag einer strengen Zensur. So blieb der Inhalt meist beschränkt auf Grüße ohne detailliertere Angaben. Auffällig allerdings ist, dass mit der Zeit der Umfang des Geschriebenen zunahm.
Postkarten aus der Gefangenschaft
Briefe von Kameraden an Dieter Peters seine Eltern
01)
Brief vom Kamerad, ehemaligen Vorgesetzten und Freund des Dieter Peeters, Paul Schirmel (aus Weimar) noch als Kriegsgefangener aus dem Lager Nr. 7711 der Sowjets an Dieters Vater in Düsseldorf vom 14. November 1947
02)
Brieffragment vom Kamerad, Freund und Lebensretter des Dieter Peeters, Peter Scheu (aus Villmar/Lahn), der bereits aus russischer Kriegsgefangenschaft nach Hause zurückkehren durfte, an Dieters Eltern in Düsseldorf, März 1948
03)
Brief von Peter Scheu an Dieters Eltern in Düsseldorf vom 10. April 1948
04)
Fragment eines Briefes von Peter Scheu an Dieter Peeters seine Eltern, ebenfalls aus 1948
05)
Brieffragment des Heimkehrers Günther Reinecke (aus Kiefen/Waddewitz) und Leidgenossen an Dieter Peeters seine Mutter in Düsseldorf, der gemeinsam mit Dieter einige Zeit im Lager Mariupol verbrachte und darüber berichtet, vom 26. Juni 1948
06)
Brief des Peter Scheu aus Villmar/Lahn an die Eltern von Dieter Peeters vom 3. August 1948
07)
Brief vom Russlandheimkehrer und Freund des Dieter Peeters, Günther Reinecke, an die Mutter von Dieter in Düsseldorf mit der Schilderung der Lagerbedingungen vom 2. Oktober 1948
Briefe an Dieter Peeters von ehemaligen Kameraden
01)
Brief des ebenfalls aus russischer Kriegsgefangenschaft freigekommenden Kamerad und Freund von Dieter Peeters, Heinz Uebel aus Berlin. Seine Anrede hat eine Bedeutung. Wie meist unter Soldaten üblich, bekommt jeder in der Truppe seinen Spitzname. Dieter verabreichte man "Pimpf", weil er selbst noch mit 22 Jahren wie ein Junge aussah und wirkte und in der Gruppe der Jüngste war. Den "Pimpf" behielt er über die gesamten Jahre seiner Gefangenschaft und wie man hier sieht, sogar noch darüber hinaus. Selbst als ich vor vielen Jahren das Heimnetzwerk von Dieter Peeters einrichtete und ihn fragte, wie er es denn benennen möchte, war die spontane Antwort "Pimpf". Und so hielten wir es dann auch. 18. Oktober 1949
02)
Brief von Heinz Uebel an Dieter Peeters vom 29. September 1949
03)
Brief von einem Kamerad, Freunde und Lebensretter des Dieter Peeters, Peter Scheu aus Villmar, der mit ihm gemeinsam in einer Einheit kämpfte und im Kriegsgefangenenlager war vom 16. November 1949. Peter Scheu verstarb bereits am 30. Oktober 2001 in seinem Heimatort.
04)
Karte vom ehemaligen Kamerad Heinrich Tiedke, Spitzname "Heini", aus Schnega im Kreis Dannenberg an Dieter Peeters vom 13. Januar 1950
05)
Brief des ehemaligen Leidgenossen und zu 70% kriegsbeschädigten Herman aus Waging am See an Dieter Peeters vom 24. November 1950
06)
Brief von Herman aus Waging vom 11. April 1951 an seinen alten Kamerad Dieter Peeters